Überblick über häufige und bekannte Schädlinge
Hausmaus (Mus Musculus)

Hausmäuse sind Nagetiere und wurden im Laufe der Zeit durch
den Menschen weltweit verbreitet.
Durch den Warenaustausch mit Schiffen und Flugzeugen sind sie in
die Lage versetzt worden, auch weite Wege zurückzulegen und
sind mittlerweile in allen Ländern der Welt verbreitet.
Mäuse können immer wieder in unsere Gebäude eingeschleppt
werden oder aus dem Außenbereich zuwandern. Durch Ritzen und
Spalten an Türen und Toren gelangen sie in unsere Häuser.
Die Größe der Hausmaus misst ohne Schwanz ca. 10 cm
bis 15 cm und wiegt ca. 25 gr. bis 30 gr. Ihr Fell ist kaninchenfarben
bis grau und an der Bauchunterseite normalerweise etwas heller.
Die Geschlechtsreife tritt bei Mäusen 8 bis 10 Wochen nach
der Geburt ein. Bei einer Durchschnittszahl von 4 bis 16 Jungtieren
pro Wurf und 7 bis 8 Würfen pro Jahr erreicht das maximale
Vermehrungspotential eines Mäusepaares etwa 2000 Nachkommen
pro Jahr.
Mäuse nehmen fast alle Nahrungsmittel an. Bevorzugt werden
aber Getreide und Getreideprodukte. Ganze Körner sind besonders
beliebt, weil diese zwischen den Vorderpfoten festgehalten werden
können.
Mäuse sind durch das ständige Nachwachsen ihrer vorderen
Schneidezähne gezwungen, regelmäßig zu nagen. Diese
Eigenschaft hat nichts mit Hunger zu tun und generell werden alle
Materialien, die hart genug sind die Zähne abzunutzen, in Mitleidenschaft
gezogen.
Durch das Annagen von elektrischen Leitungen können Brände
entstehen oder ganze EDV- und Produktionsbereiche stillgelegt werden.
Darüber hinaus werden Lebensmittel verunreinigt und sind dadurch
nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet.
Mäuse sind Überträger vieler Krankheiten, wie z.B.
Salmonellen und Typhus.
Wanderratte (Rattus Norvegicus)
Hausratte (Rattus Rattus)
Verbreitung
Wanderratten und Hausratten gehören wie die Hausmäuse
zu den Nagetieren und haben ebenfalls durch den Menschen eine weltweite
Verbreitung erfahren. Während Wanderratten meist außerhalb
von Gebäuden leben und nur zur Nahrungssuche in unsere Gebäude
eindringen, leben Hausratten in der Regel in den oberen Gebäudeteilen.
Allerdings ist die Hausratte durch die Wanderratte in vielen Gebieten
verdrängt worden, so dass wir es heute in den meisten Fällen
mit Wanderratten zu tun haben.
Man schätzt, dass in Ballungsgebieten auf einen Einwohner
ca. 2 bis 3 Ratten kommen.
Wanderratten können über 20 cm groß und bis zu
500 gr. wiegen. Ihr langer, wenig behaarter Schwanz ist kürzer
als ihr Körper. Das Fell ist kaninchenfarben, kann aber auch
grau bis schwarz sein. Im Vergleich mit Hausmäusen und Hausratten
wirken sie groß und etwas plump.
Hausratten sehen im Gegensatz zu Wanderratten filigraner aus. Ihr
Schwanz ist länger als ihr Körper und ihre Ohren wirken
im Verhältnis zum Körper recht groß.
Ratten leben im Familienverband, in denen es eine genaue Rangordnung
gibt. Bei einer Anzahl von ca. 3 bis 6 Würfen pro Jahr und
einer durchschnittlichen Anzahl von ca. 7 bis 8 Jungtieren pro Wurf,
erreicht das maximale Vermehrungspotential eines Rattenpaares pro
Jahr „nur“ ca. 200 Nachkommen. Ratten werden schon mit ca. 10 bis
12 Wochen nach der Geburt geschlechtsreif.
Ratten sind Allesfresser. Sie bevorzugen bei der Ernährung
tierisches Eiweiß. Bei Ratten kommt es leicht zur Spezialisierung
auf bestimmte Nahrungsmittel. Sie fressen dann ausschließlich
davon.
Ratten vernichten unzählige Nahrungsmittel, Gebrauchs- und
Einrichtungsgegenstände durch ihren unbändigen Nagetrieb.
Durch das Nagen sowie durch Kot und Urin richten sie unermessliche
Schäden an. Sie übertragen Krankheiten wie z.B. Salmonellen,
Typhus und Weil’sche Gelbsucht.
Deutsche Schabe (Blattella
Germanica)

Unter den Schabenarten, die in der Nähe von Menschen leben,
ist die Deutsche Schabe am häufigsten. Ursprünglich aus
dem tropischen Afrika eingewandert, hat sie sich dem Menschen angeschlossen
und durch ihn eine weltweite Verbreitung erfahren.
Deutsche Schaben werden ca. 1,5 cm groß. Sie haben eine hellbraune
Farbe, die auf dem Halsschild von zwei deutlich erkennbaren, dunklen
Längsstrichen unterbrochen werden. Beide Geschlechter haben
entwickelte Flügel, die den ganzen Hinterleib bedecken. Sie
werden meist jedoch nicht zum Fliegen, sondern vielmehr zum Segeln
genutzt, wodurch den Schaben eine Art Gleitflug möglich ist.
Die Weibchen legen Eier in besondere hellbraune Kapseln (Ootheken),
die in bis zu 40 Fächer mit je einem Ei unterteilt sind. Bei
der Deutschen Schabe werden die Kapseln vom Weibchen am Hinterleib
getragen, bis die jungen Insekten (Nymphen) schlüpfen. Bei
Zimmertemperatur dauert die Entwicklung zum erwachsenen Tier ca.
2 bis 8 Monate. Rein rechnerisch kann somit aus einem Schabenpaar
innerhalb eines Jahres eine Population von 700 000 Nachkommen entstehen.
Schaben sind Allesfresser. Für die Entwicklung unerlässlich
ist ein hohes Maß an frei verfügbarem Wasser. Sie tragen
die aufgenommene Nahrung in die Unterschlupfplätze und erbrechen
ihren Vordermageninhalt. Alle Schaben, die dasselbe Versteck nutzen,
fressen von dieser Nahrung.
Schaben kommen in allen Gebäuden vor. Gewöhnlich ist
der Schaden den sie verursachen gering, jedoch sind Schaben Träger
von Krankheitskeimen. Durch die Verunreinigungen von Lebensmitteln
und den üblen Geruch, den Schaben verbreiten, sind betroffene
Lebensmittel für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet.
Orientalische Schabe (Blatta Orientalis)

Orientalische Schaben, auch Küchenschaben genannt, sind in
Deutschland seltener als Deutsche Schaben zu finden. Wie die Deutsche
Schabe stammt auch sie aus dem tropischen Afrika und hat ebenfalls
durch den Menschen weltweit Verbreitung gefunden.
Mit ca. 3,5 cm ist die Orientalische Schabe deutlich größer
als die Deutsche Schabe. Sie ist dunkel, kastanienbraun gefärbt.
Während das Männchen Flügel besitzt, die den Hinterleib
zu zwei drittel bedecken, hat das Weibchen lediglich Flügelstummel.
Zum Fliegen taugen die Flügel beider Geschlechter nicht.
Nach der Befruchtung formt das Weibchen der Orientalischen Schabe
eine Oothek (Eipaket) aus, das etwa 16 Eier enthält. Die Eipakete
werden bald nach der Ausformung an einen sicheren Ort platziert.
Die Jungtiere (Nymphen) schlüpfen nach ca. 2 Monaten
Schaben sind Allesfresser. Für die Entwicklung unerlässlich
ist ein hohes Maß an frei verfügbarem Wasser. Sie tragen
die aufgenommene Nahrung in die Unterschlupfplätze und erbrechen
ihren Vordermageninhalt. Alle Schaben, die das selbe Versteck nutzen,
fressen von dieser Nahrung.
Schaben kommen in allen Gebäuden vor. Gewöhnlich ist
der Schaden den sie verursachen gering. Jedoch sind Schaben Träger
von Krankheitskeimen. Durch die Verunreinigungen von Lebensmitteln
und den üblen Geruch, den Schaben verbreiten, sind betroffene
Lebensmittel für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet.
Stubenfliege (Musca Domestica)
Die Stubenfliege ist die häufigste Fliege im Haus, die sich
in allen Räumen aufhalten kann, aber besonders in der Nähe
von Nahrungsmitteln anzutreffen ist. Sie dringt meist von außen
in die Gebäude ein und entwickelt sich nur selten in Gebäuden.
Die erwachsene Stubenfliege wird ca. 7-8 mm groß. Der Saugrüssel
ist nach unten gerichtet und endet in einem gut erkennbaren Saugkissen.
Die Innenränder der Flügel überschneiden sich in
Ruhestellung. Die Maden (Larven) sind weißlich und etwas größer
als die erwachsene Fliege.
Das Weibchen legt bis zu 2000 Eier. Im Sommer ist spätestens
alle 2 bis 3 Wochen mit einer neuen Generation zu rechnen. Unter
günstigen Bedingungen, bei Temperaturen um 30°C dauert
die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen (adulten) Tier nur 7
Tage. Hat die Made ihre Entwicklung beendet, verlässt sie das
Entwicklungssubstrat (siehe Ernährung), kriecht umher (Wanderstadium)
und sucht einen trockenen Ort zur Verpuppung. Nach dieser Ruhephase
verlässt die geschlechtsreife Fliege die Tönnchenpuppe.
Die Maden der Stubenfliege leben in Dung und anderen feuchten organischen
Stoffen, wie z.B. Küchenabfälle. Wichtig ist ein hohes
Maß an Feuchtigkeit im Entwicklungssubstrat.
Die Stubenfliegen haben eine Vorliebe für menschliche Körperausscheidungen
(Schweiß, Kot, eiternde Wunden). Sie überträgt eine
Reihe von Infektionskrankheiten, wie z.B. Typhus, Cholera, Salmonellose,
Kinderlähmung, Maul- und Klauenseuche, etc.
Als mögliche Krankheitsüberträger sind sie aus hygienischen
Gründen speziell in Lebensmittelbereichen unerwünscht
und ähnlich gefährlich wie Schaben. In Lebensmittelbetrieben
und Restaurants werden die Maden während ihres Wanderstadiums
auffällig, wenn sie ihr Entwicklungssubstrat verlassen (meist
stark verschmutzte Müllbehälter).
Fruchtfliege (Drosophila Spec.)
Weltweit existieren unzählige Arten der Fruchtfliege. Sie
wird auch Tau- oder Essigfliege genannt und ist überall in
unseren Lebensbereichen anzutreffen. Es gibt kaum einen Bereich
der nicht gelegentlich von diesen Fliegen heimgesucht wird. Wir
alle kennen die Fruchtfliege, die sich schnell an empfindlichen
Obstsorten einfindet. Zu Hause siedelt sie sich schnell am grünen
Abfall an. Insbesondere im Sommerhalbjahr können diese Fliegen
ausgesprochen lästig werden.
Die erwachsenen Fruchtfliegen sind klein und messen nur ca. 2-4
mm. Je nach Art weisen sie unterschiedliche Färbungen auf.
Ihre Larven sind bein- und kopflose Maden. Sie werden bis zu 6 mm
lang und damit etwas größer als die erwachsenen Fliegen.
Mehrere 100 Eier werden vom Weibchen an ein geeignetes Entwickungssubstrat
(sie Ernährung) abgelegt. Im Sommer ist spätestens nach
7 Tagen mit einer neuen Generation zu rechnen. Fruchtfliegen haben
eine sehr kurze Entwicklungszeit.
Fruchtfliegen bevorzugen sehr feuchte, gärende Substanzen
für ihre Ernährung. Zu nennen sind gärendes Obst,
Substrate die Hefen (Hefeteig) oder Milchsäurebakterien (Sauerteig)
enthalten. Fruchtsäfte und Reste zuckerhaltiger Limonaden sind
äußerst attraktiv. Wichtige Voraussetzung für eine
Entwicklung ist genügend Feuchtigkeit.
Fruchtfliegen entwickeln sich an Orten, die sehr unhygienisch sind.
Von diesen Orten aus nehmen sie viele Keime mit sich, die sie an
anderer Stelle auf Lebensmittel übertragen können. Die
Fliegen geraten mitunter in den Produktionsprozess und gelangen
so in die Produkte.
Dörrobstmotte (Plodia
Interpunctella)
Kakaomotte (Ephista Elutella)
Mehlmotte (Ephista Kuehniella)
Alle drei Mottenarten sind gefürchtete Vorratsschädlinge
an vielen Nahrungsmitteln und weltweit verbreitet. Sie kommen in
vor allem in Bäckereien, Mühlen, Supermärkten, aber
auch in privaten Haushalten vor.
Die Dörrobstmotte ist anhand ihrer auffälligen Flügelfärbung
einfach zu erkennen. Die Flügelbasis ist hell – cremefarben.
In Ruhestellung ist sie einfach an dieser „weißen Schulter“
zu erkennen. Der restliche vordere Flügel ist rötlich-braun
gefärbt. Die Länge des Tieres beträgt ca. 8 – 10
mm.
Mehl- und Kakaomotten sind von schiefergrauer Farbe und tragen
gezackte, dunkle Bänder auf den Vorderflügeln. Die Mehlmotte
misst in Ruhestellung ca. 10 – 14 mm. Die Kakaomotte ist mit ca.
8 – 11 mm etwas kleiner.
Dörrobstmottenweibchen legen innerhalb ihres zweiwöchigen
Lebens ca. 200 Eier an ein geeignetes Entwicklungssubstrat (siehe
Schäden). Je nach Nahrungsangebot und klimatischen Faktoren
entwickeln sich die Raupen in ca. 2 – 6 Monaten. Das Leben der Kakao-
und Mehlmotte ist kürzer und dauert nur etwa 1 Woche. Innerhalb
dieser Zeit legen die Weibchen ebenfalls bis zu 200 Eier an das
Befallssubstrat. Je nach Nahrungsangebot und klimatischen Faktoren
entwickeln sich die Raupen in ca. 2 – 4 Monaten zum erwachsenen
Falter. Bei der Kakaomotte kann man 2 Entwicklungsmaxima im Mai
/ Juni und im September / Oktober beobachten. Es werden pro Jahr
ca. 4 – 6 Generationen erzeugt.
Bei allen 3 Mottenarten beginnen die Raupen, nach Abschluss ihrer
Entwicklung, zu wandern. Sie suchen, oftmals weitab vom Entwicklungssubstrat,
einen geeigneten Ort für ihre Verpuppung. Die Kokons sind oft
an Wänden und Decken zu finden.
Die Mottenraupen richten Fraßschäden z.B. an Dörrobst,
Nüssen, Mandeln, Tierfutter (Dörrobstmotte), sowie an
Mehl (Mehlmotte) und Schokolade (Kakaomotte) an. Motten sind nicht
eng an ein bestimmtes Substrat gebunden und befallen viele verschiedene
Produkte pflanzlicher Herkunft. Mehlmottenraupen können mit
ihren Gespinsten ganze Maschinen, in denen Mehl transportiert oder
verarbeitet wird, lahm legen. Die bekannten „Würmer“ in der
Schokoladentafel sind meist Kakaomottenlarven.
Verwilderte Haustauben (Columbia
livia)

Taubendreck ist keine Zierde an Fassaden oder sonstiges
Bauwerksteilen. Die Probleme durch verwilderte Haustauben sind im
Gebäudeschutz sowie im Hygienebereich nicht zu unterschätzen.
Taubenkot führt an vielen Gebäuden regelmäßig
zu hohen Instandsetzungs- und Reinigungskosten. Die Nester verstopfen
Dachrinnen und Abflüsse.
Der im Taubenkot enthaltene Ammoniak ruiniert Sandstein, eloxierte
Metallflächen, Fachwerk und andere Fassadenmaterialien. Die
gesundheitlichen Risiken sind für den Menschen nicht zu unterschätzen,
da die Tauben als Zwischenwirte für Zecken, Flöhe und
Milben dienen. Sie lösen Krankheiten wie z.B. Gehirnhautentzündung,
Ornithose, Paratyphus und diverse andere Allergien aus.
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